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Holzkohle aus Reishülsen

Manuelles einarbeiten von Holzkohle in ein Reisfeld

Reishülsen Halde

Eine Reishülsen-Halde wird abgekokelt

Autor: Jochen Binikowski

Stand: 2.10.2008

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Holzkohle = CO2-Senke

Holzkohle

Ein zentrales Element unserer Arbeit ist die Verwendung von Holzkohle. Zum einen als Bodenzusatz in Verbindung mit Kompost, um den PH-Wert zu erhöhen, die Wasserspeicherung zu verbessern und die Bodenorganismen zu begünstigen. Diese Art der Bodenverbesserung ist unter dem Begriff Terra Preta bekannt, eine Technik der alten Amazonas-Indios. Heutzutage laufen weltweit diverse Forschungsprojekte und wir stehen mit zahlreichen Wissenschaftlern in engem Kontakt. Am Ende könnte im Erfolgsfall ein vollständiger Ersatz des Kunstdüngers stehen. Mit allen positiven Auswirkungen wie Einsparung fossiler Energien und Reduzierung des CO2-Ausstoßes sowie einer dauerhaften CO2-Bindung im Boden.

Herstellung der Holzkohle

Die zur Bodenverbesserung bestimmte Holzkohle wird hauptsächlich aus Reishülsen (Kohlenstoff-Anteil ca. 42%) hergestellt. Die Reishülsen fallen in riesigen Mengen an, es gibt z.Z. keine nennenswerte kommerzielle Verwendung dafür. Deshalb transportieren die Reismühlen das Material mit Kipplastern zu den Halden, die dann bei trockenem Wetter einfach abgebrannt werden. Das bedeutet, wir können die Reishülsen frei Haus angeliefert bekommen! Nach unseren Schätzungen dürfte es um ca. 10.000 Tonnen pro Jahr gehen, die im entsprechendem Umkreis pro Jahr anfallen. Die Reismühlen arbeiten fast immer, es gibt keine extremen saisonalen Unterschiede. Alleine aus diesen Mengen an Reishülsen könnten ca. 4.000 Tonnen Holzkohle-Briketts hergestellt oder bei 1.000 Hektar Ackerland eine Bodenverbesserung erreicht werden. Es wäre denkbar, auch Reishülsen von weiter entfernten Reismühlen zu bekommen, nur müssten wir dann vermutlich einen Teil der Transportkosten bezahlen. Damit könnte aber die Menge mindestens um 500% erhöht werden. Eine weitere Alternative wäre, unsere Technik und Know-How per Franchising oder ähnliche Kooperationsvereinbarungen and interessierte Unternehmer oder Organisationen in anderen Gegenden weiterzugeben und ggfls. ein zentrales Marketing zu organisieren.

Bambus - Holzkohle brennt fast rauchfrei und ist bestens für Grill-Restaurants usw. geeignet.

Neben Reis wird in unserer Gegend auch noch Mais, Zuckerrohr, Abaca (Manila Hanf), Mangos, Zitronen, Kokosnüsse, Bambus und Gemüse angebaut. Auch dort fallen große Mengen organische Abfallstoffe an. Dazu haben wir die sog. "Kiln-Method" zur Pyrolyse ausprobiert, also die Herstellung von Holzkohle in geschlossenen Metallbehältern. Die Hitze wird mit Reishülsen erzeugt.

Abwärme / Trockenanlage

Es kommt noch ein ganz wesentlicher Aspekt hinzu: Die beim Meilervorgang entstehende Prozeßwärme lässt sich u.a. für eine Getreide-Trockenanlage nutzen. Auch müssen die Holzkohle-Briketts unabhängig von den Wetterverhältnissen rund um die Uhr getrocknet werden können. Es gibt hier viel zuwenige kommerzielle Trockenanlagen, was zu enormen Nachernteverlusten für die Kleinbauern führt.